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Der Wiederaufbau der Kirchturmspitze

Das Turmmuseum
Vergessene Denkmäler der Liebe
Der Wiederaufbau der Kirchturmspitze

"Wo der Herr nicht das Haus bauet,
bauen umsonst, die daran arbeiten".   Psalm 127,1


1875 Turmneubau
22. April 1945 Zerstörung der Turmspitze, seitdem Zeltdach.

April 1998
Einem "Traum" Sergei Schilkins folgend, rufen Wohnungsbaugesellschaft Hellersdorf, Schilkin-Stiftung, Heimatverein Hellersdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf e.V. und Kirchengemeinde zu Spenden für die Wiedererrichtung der Turmspitze auf.

Sommer 1998
Pfarrer Klaus Petschelt gewinnt die Zustimmung der Gemeinde zum Wiederaufbau.

Juni 1998
Klaus Schaffrick (Architekt) und Hoch- und Tiefbauplanung Schröder (Tragwerksplanung) beginnen mit der Projektierung unter Mitwirkung von Dr. Sylvia Müller (Kunsthistorik), Christa Heese und Lothar Herrmann (Fachberatung Denkmalschutz); finanziell abgesichert durch Schilkin-Stiftung und Wohnungsbaugesellschaft Hellersdorf.

Dezember 1998
Durch weitere Spenden von Bürgern, Firmen und Gemeindegliedern ist die Bausumme von 500.000.- DM finanziell gedeckt.

Mai 1999
Abschluss der Projektierung und Auftragsvergabe.

Juni 1999
Baubeginn unter Verantwortung der Zimmerei Heinz Tiepoldt mit weiteren neun Firmen; Baukoordinierung: Joachim Klee. Die Turmspitze wird weitestgehend am Boden vorgefertigt.

10. August 1999
Richtfest nach Füllen des vergoldeten Turmknopfes mit Zeitdokumenten, Abnehmen sowie Umsetzen des Behelfsdaches in den neuen Kindergarten und Aufsetzen der Turmspitze mittels Autokran bei Anwesenheit vieler Zuschauer.

August/September 1999
Ausführung der Maurer- und Dacharbeiten zwischen Turm und Spitze sowie Fassadensanierung.

2. Oktober 1999
Feier der Fertigstellung mit Gästen, Gemeinde und allen an der Ausführung Beteiligten.



Die Glocken in derTurmspitze


Technische Daten

Turmhöhe einschließlich Kreuz:
33 m

Vorgefertigte Spitze:
Eigenmasse 9 t, Höhe 13 m

Tragwerk:
Lärchenholz mit Verbindungen aus nichtrostendem Stahl.
Bekrönung: Helmstange, Knauf, vergoldeter Knopf, Wetterfahne und Kreuz bestehen aus nichtrostenden Materialien.
Ziergauben und Firstaufsätze: Titanzink z.T. vergoldet

Deckung:
Spanischer Schiefer in englischer Deckungsart

Die vier Giebeldreiecke mit Mauerkreuz:
Großformatige Mauerziegel sowie Formsteine aus der Ziegelei Glindow/Mark.

Besonderheiten:
Unter dem Aspekt der Vormontage am Boden und der Erzielung einer hohen Langlebigkeit bei geringem Wartungsaufwand sind abweichend von der historischen Bauweise das Tragwerk völlig verändert sowie alle metallischen Bauteile nichtrostend ausgeführt worden. Die äußere Gestaltung entspricht dem historischen Vorbild, soweit dieses belegt war. Die Wetterfahne wurde mit den Jahreszahlen der beiden Erbauungsjahre versehen.


Text: Entnommen aus dem Einlegeblatt des kleinen Kunstführer "Evangelische Dorfkirche Berlin-Kaulsdorf", November 1999

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