Biesenhorster
Sand
(Siemens-Schuckert-Luftschiffhalle)
Ein fast 80 ha großes
Areal in Biesdorf-Süd, das sich über 2,9 Kilometer erstreckt
gehört zu Marzahn-Hellersdorf, liegt aber doch recht unscheinbar
versteckt hinter einem Bahndamm am Rande des Stadtbezirkes.
Anfang 19. Jahrhundert gab es hier noch weiträumige Felder. In den
Jahren 1907 bis 1909 ließ Willi von Siemens die einschiffige,
drehbare Luftschiffhalle in der Biesendorfer Kolonie nach einem Entwurf
von Carl Janisch bauen. Die drehbare Luftschiffhalle musste aber Ende
des
ersten Weltkrieges nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages
1919/1920 wieder demontiert werden. Die 380 Hektar Landfläche
wurde am 27. Oktober 1927 durch die Stadt Berlin für für 6,65
Millionen Mark aufgekauft.
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| Foto:
Karl-Heinz Gärtner |
Nach 1918 ließen sich auf dem Gelände der drehbaren
Luftschiffhalle hauptsächlich aus Arbeiter bestehende
Siedlergemeinschaften nieder, die hier eine Kleingarten-Kolonie mit dem
Namen "Biesenhorst" ins Leben riefen. Ende 1930 mussten viele
Kleingärten für den Bau der Bahnanlagen weichen. Kurz vor dem
2. Weltkrieg nutzte man Teile des Biesenhorster Sandes
militärisch, die auch zu DDR-Zeiten für die russische Armee
als Truppenübungsgelände dienten.
Mit dem Fall der Mauer im Jahre 1989 wurde der Truppenstützpunkt
aufgegeben und die Aufbauten wurden vermutlich durch Sprengungen
zerstört. Heute ist die Landschaft durch Hügellandschaften
geprägt und übersäht mit unzähligen
Betonfragmenten. Augrund der Verlagerung von Gütertransporten von
der Schiene auf die Straße wurden nach der Wende weite Teile des
anliegenden Rangierbahnhofs Wuhlheide abgebaut.
Der Biesenhorster Sand wird im aktuellen Flächennutzungsplan noch
als Bahngelände ausgewiesen und gehört überwiegend der
Deutschen Bahn. Einige kleine Gebiete gehören dem Land Berlin.
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Große
Artenvielfalt auf dem Biesenhorster Sand
1995 wurde der
Auftrag durch die Umweltämter Marzahn, Lichtenberg und von der
Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erteilt
die Pflanzen- und Tierwelt auf dem Biesenhorster Sand zu untersuchen.
Die große Artenvielfalt, darunter insbesondere die hohe Anzahl
der seltenen und bedrohten Rote-Liste-Arten auf dem Gelände
versetzte die Experten von den Naturschutzbehörden- und
verbänden in Erstaunen und zeigt aber auch den besonderen Wert des
Biesenhorster Sandes für den Naturschutz.
Die Fachgruppe
Entomologie des NABU konnte die Erforschung des Gebietes noch nicht
abschließen, da jedes Jahr immer wieder neue Arten auftraten.
Die bisherige Arten-Bilanz:
543 Farn-
und Blütenpflanzen, darunter 39 gemäß der Roten Liste
Berlins gefährdete Arten wie Kleines Mädesüß,
Gemeiner Steinquendel, Gemüse-Lauch, Gemeiner Wundklee,
Finger-Steinbrech sowie Kegel-Leimkraut und Tataren-Leimkraut
612
Käferarten, darunter 2 Neufunde und 3 Wiederfunde (d. h. seit
mindestens 50 Jahren in Berlin und Brandenburg nicht nachgewiesen)
sowie 30 Rote-Liste-Arten
rund 500
Schmetterlingsarten, darunter 374 Großschmetterlinge; der erste
Zwischenbericht ergab 2002 fast 50% Rote-Liste-Arten
ein
Vorkommen der auch in Brandenburg gefährdeten Blauflügligen
Sandschrecke, von der in Berlin nur ein weiterer Fundort bekannt ist
3
Amphibien- und 1 Reptilienart; hervorhebenswert ist neben einem kleinen
Vorkommen der Wechselkröte ein hoher und reproduzierender
Zauneidechsenbestand
33
Brutvogelarten, darunter sechs Rote-Liste Arten (Hauben- und
Heidelerche, Brachpieper, Steinschmätzer, Neuntöter und
Bluthänfling)
Quelle:
NABU
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